Willkommen auf SCHLAFZIMMER-MöBEL.DE

schlafzimmer-möbel.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema Möbel für das Schlafzimmer

Startseite > Schlafzimmer

Das '''Schlafzimmer''', auch '''Schlafkammer''' (kleines Schlafzimmer), '''Schlafstube''' oder '''Kubikel''' genannt, ist ein Zimmer einer Wohnung oder eines Wohnhauses, das von den Benutzern hauptsächlich zum Schlafen genutzt wird. Daneben ist das Schlafzimmer auch der Ort, an dem Paare am häufigsten Sex haben.

Die architektonische Absonderung spezieller Schlafräume, wie sie in reichen Ländern der Westlichen Welt heute die Norm darstellt, ist historisch jung und weltweit auch in der Gegenwart durchaus nicht die Regel. Vielfach schlafen die Bewohner nachts in Räumen, die tagsüber zum Wohnen oder Arbeiten genutzt werden. In Japan wurde die Schlafmatte (???, shiki-buton) traditionell tagsüber weggeräumt. Auch in Kulturen, in denen traditionell in Hängematten geschlafen wird (Lateinamerika), werden diese, um Raum zu sparen, tagsüber aus dem Wege geräumt.

In reichen Ländern der Westlichen Welt wird die Schlaffunktion eines Raumes nur dann mit anderen Funktionen verbunden, wenn die Beengtheit der Wohnverhältnisse eine funktionale Scheidung nicht gestattet. Dies gilt etwa für sehr kleine Wohnungen (Garçonnièren) und Wohneinheiten in Studentenwohnheimen, Altenheimen und Ähnlichem, aber etwa auch für Kinderzimmer; in Ländern wie den Vereinigten Staaten steht für Kinder neben ihrem Schlafzimmer häufig auch ein Spielzimmer (''playroom, family room'') zur Verfügung. Wie sich unter anderem an den ''Walk-in Closets'' größerer Wohnungen und Häuser in den Vereinigten Staaten aufweisen lässt, ist auch die funktionale Vereinigung von Schlafen und Ankleiden nicht selbstverständlich.

In weiten Teilen Europas enthalten Schlafzimmer neben Betten oft einen Nachttisch zur Aufbewahrung diverser Utensilien mit Nachttischlampe und Wecker sowie einen Schrank zur Aufbewahrung von Kleidung (siehe auch Kleiderschrank). Der Fußboden ist oft ganz oder teilweise mit Teppich ausgelegt, da Parkett oder Fliesenbodenbelag als mit nackten Füßen unangenehmer zu betreten gelten.

Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Schlafzimmers

Schlafzimmer sind in Mitteleuropa eine vergleichsweise moderne Entwicklung. Einen Raum allein zum Schlafen zu nutzen, war über lange Zeit eine fremdartige Vorstellung. Die Historikerin Judith Flanders weist darauf hin, dass es für die Entwicklung des Schlafzimmers im heutigen Sinne nicht entscheidend war, ob eine ausreichend große Zahl der Bevölkerung in Häusern lebte, die über die dafür notwendige Anzahl von Räume verfügte, sondern dass es dazu der Entwicklung eines ganz anderen Konzeptes des Zusammenlebens bedurfte. Dieses Konzept teilte Wohnraum auf nach seinen Funktionen (essen, schlafen, kochen oder waschen), nach Geschlechtern (Männer und Frauen beziehungsweise Jungen und Mädchen), nach sozialer Hierarchie (Herrschaft und Gesinde oder Dienstboten) und letztlich nach Generationen (Eltern und deren Nachwuchs). Das Mittelalter kannte eine solche Trennung nicht. Dort war die große Halle der mittelalterlichen Burg oder der einzige Raum der Kate der Lebensraum, den unabhängig von sozialer Stellung, Verwandtschaftsgrad, Alter und Geschlecht alle als Wohn-, Ess- und Schlafraum teilten. Erste Anzeichen für die Entwicklung eines Konzeptes, dass eine Trennung von Räumen nach Personen oder Funktionen erkennen lässt, sieht Flanders nicht vor dem 15. Jahrhundert: Die großen Stadthäuser, die in Italien während der Renaissancezeit neu gebaut wurden, umrahmten einen Innenhof und öffentliche und private Funktionen waren unterschiedlichen Flügeln des Gebäudes zugewiesen.

Selbst als ein nach Funktionen aufgeteiltes Haus bereits das Ideal häuslichen Zusammenleben war, war dessen Umsetzung für einen sehr großen Teil der Bevölkerung nicht realisierbar. Über einen Raum zu verfügen, den eine einzelne Person oder ein Paar einzig dazu nutzt, um dort zu schlafen, wurde für große Teile der Bevölkerung der westlichen Welt erst im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts zur gelebten Realität. Entsprechend findet man Schlafzimmer früher im städtischen als im ländlichen Raum, konnten wohlhabendere Schichten dieses moderne Ideal des häuslichen Zusammenlebens eher umsetzen als ärmere. Gleichzeitig gibt es zwischen einzelnen Regionen und Ländern erhebliche Unterschiede, mit der dieses Ideal umgesetzt wurde.

Wohnen ohne Schlafzimmer: Realität großer Bevölkerungsanteile bis weit ins 20. Jahrhundert

Judith Flanders vertritt die Ansicht, dass der heutige Mensch der westlichen Welt so sehr an einen durch Industrialisierung und Verstädterung allmählich entstandenen Wohnstandard gewöhnt ist, dass das Bewusstsein für seine Besonderheit verloren gegangen ist. Historische Realität für die Mehrzahl der westlichen Bevölkerung war bis ins 20. Jahrhundert ein Leben auf engstem Raum ohne separate Schlafgelegenheiten.

Die Wohnsituation der Arbeiterschicht war im 18. und 19. Jahrhundert länderübergreifend sehr beengt. In '' (1899) übermittelt, der ein Dienstmädchen folgendes berichten lässt:

Selbst in weitläufigen herrschaftlichen Häusern erwartete man im 19. Jahrhundert von Dienstboten, dass sie ihr Schlafzimmer mit anderen teilten. So berichtet ein Kammerdiener, der in den 1860er Jahren auf einem Landsitz in Irland arbeitete, dass er sein Zimmer mit drei bis vier anderen männlichen Bediensteten teilte. Ein Teil seiner Kollegen schliefen auf Klappbetten dort, wo der Schwerpunkt ihrer Arbeit war.<ref name="Worsleye"> Worsley: ''If Walls Could Talk: An intimate history of the home''. S. 7. </ref> Zeitgleich war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das einräumige Grassodenhaus das typische Wohnhaus von Siedlern der nordamerikanischen Prärie. Um 1890 wurden vom Süden Minnesota bis nach Texas mehr als eine Million solcher Wohnhäuser gezählt, in der Familien sich auch Nachts einen Raum teilten. I

Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein waren besondere Schlafzimmer vor allem für Personen der Arbeiterschicht ein unerschwinglicher Luxus. In Deutschland waren Schlafzimmer aufgrund der Wohnraumbewirtschaftung und Einquartierung von Flüchtlingen und Ausgebombten auch nach dem Zweiten Weltkrieg knapp. So waren viele Menschen gezwungen, im Wohnzimmer zu schlafen, dafür wurden spezielle Bettsessel und Schlafcouches entwickelt. In den 1960er Jahren entspannte sich die Situation, oft konnten neben den Eltern einer Kleinfamilie auch die Kinder ein eigenes Zimmer erhalten.

Geschichte

Mittelalter und Beginnende Neuzeit

Sowohl im Mittelalter und als auch zu Beginn der Neuzeit schliefen Personen typischerweise dort, wo sie auch den größten Teil ihres Tages verbrachten. Es war nicht ungewöhnlich, seinen Schlafplatz mit anderen Personen zu teilen, mit denen man weder verwandt noch in einer intimen Beziehung stand. Strohlager oder mit Stroh gefüllte Säcke waren die typische Schlafunterlage. In mittelalterlichen Burgen zogen sich Burgherr und Burgherrin in der Regel abends in einen separaten Raum zurück. Aber auch dieser hatte mehrere Funktionen ? er diente auch tagsüber als Rückzugsraum.

Die ersten Betten in Mitteleuropa tauchten im hin, die links im Fenster liegen. Im Hintergrund des Gemäldes sind aber auch die Vorhänge eines großen Himmelbettes zu sehen. Auch dieses symbolisiert den Reichtum dieses Paares. Dass sich dieses in dem Empfangsraum befindet, war zu dieser Zeit typisch: Ein Himmelbett mit seinen wertvollen Stoffbehängen war eine so offensichtliche Bekundung des Wohlstands, dass in den Niederlanden sogar die Zahl der Familien, die dort das Bett aufstellten, zunahm.

Die repräsentative Funktion eines reich ausgestatteten Betts blieb über das Mittelalter hinaus gebräuchlich. Noch während der Renaissancezeit war es in Italien selbst in neu gebauten Palazzi gebräuchlich, in den Empfangsräumen ein Bett aufzustellen, obwohl die Hausbesitzer gewöhnlich in einem anderen Bett schliefen, dass in einem weniger öffentlich zugänglichen Raum stand.

17. und 18. Jahrhundert

Wohlhabende Landwirte und Kaufleute verfügten etwa ab dem 17. Jahrhundert über ausreichenden Wohnraum, um spezielle Schlafräume zu haben. Diese befanden sich typischerweise im ersten Stock eines zweistockigen Hauses und häufig konnte das zweite Schlafzimmer nur betreten werden, wenn man das erste Schlafzimmer durchquerte. In Großbritannien verfügte das dort bereits typische schmale Reihenhaus im ersten Geschoss schon über einen ausreichend großen Treppenabsatz, dass auch das zweite Schlafzimmer ohne Durchqueren des ersten erreicht werden konnte. In größeren Häusern wurden zunehmend Korridore üblich, so dass jeder Raum von einem Flur aus erreicht werden könnte. Schlafzimmer wurden damit zunehmend zu exklusiven, privaten Räumen.<ref name="Worsley11"> Worsley: ''If Walls Could Talk: An intimate history of the home''. S. 11. </ref> Im niederländischen Leiden wiesen zu Beginn des 18. Jahrhunderts fiel parallel die Zahl der Räume eines Haushalts, in denen ein Bett aufgestellt war, von zwei Drittel auf die Hälfte, was auf eine zunehmende funktionale Trennung hinweist.

Immer noch war das Schlafzimmer auch wohlhabender Kreise zu einem gewissen Grad noch ein Raum, in dem man Gäste zum Kartenspielen, zum Tee oder ähnlichem empfing.<ref name="Worsley11"/> verbunden, nutzte als Schlaf- und Ankleidezimmer den Raum, in dem der König auch mit seinen Ministern konferierte.

Rund 50 Jahre später fand man diese Gebräuche in Großbritannien als zunehmend überholt, während in Frankreich das Schlafzimmer durchaus noch von fremden Personen betreten wurde. In echauffierte sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts darüber, dass während eines Aufenthalts in Frankreich das Schlafzimmer seiner Schwester von fremden männlichem Dienstpersonal betreten wurde, um ihr Dinge zu bringen. In Großbritannien war es zu diesem Zeitpunkt bereits soziale Norm, dass der Diener die gewünschten Dinge dem Dienstmädchen der jungen Frau übergeben hätte und nur diese vertrautere Person das Schlafzimmer betreten hätte.

Viktorianisches Zeitalter

Im Viktorianischen Zeitalter wurde es zur Norm, dass Räume strikt einer Funktion zugeordnet waren.<ref name="Worsley12"/> Privatsphäre galt nicht nur als wünschenswert, sondern als essentiell. ''The Architect'', ein Architekturmagazin der damaligen Zeit, hielt fest, dass die Nutzung eines Schlafzimmer für etwas anderes als Schlafen ungesund und unmoralisch sei.<ref name="Worsley12"/>

Privatsphäre galt nicht nur als wünschenswert, sondern als essentiell. Idealerweise sollte bereits im Schlafzimmer das Bett so positioniert sein, dass es beim Öffnen der Schlafzimmertür nicht sofort sichtbar war. Es sollte außerdem so stehen, dass es auch der Zugluft des Kamins, der Fenster oder der Tür nicht ausgesetzt war.<ref name="Flanders9"/>

Für die wohlhabendste gesellschaftliche Schicht in Großbritannien, die in weitläufigen Häusern lebte, galt es als undenkbar, dass sich ein Ehepaar ein Schlafzimmer teilte. Erwartet wurde, dass der Ehemann in seinem Ankleidezimmer schlief. Auch die Hausherrin verfügte zumindest nach der sozialen Norm nicht nur über ein Schlafzimmer, sondern auch über ein eigenes Ankleidezimmer, ein sogenanntes Boudoir.<ref name="Worsley13"> Worsley: ''If Walls Could Talk: An intimate history of the home''. S. 13. </ref> Judith Flanders weist allerdings darauf hin, dass es eine Lücke gibt zwischen dem, was Journalismus, Architekturmagazine und Ratgeber als wünschenswert oder modern bezeichnen und der Lebenserfahrung selbst der Bevölkerungsteile, die theoretisch über den Wohlstand verfügen, diese Normen auch umzusetzen. Die Vorstellung, dass es für die Mehrheit der Personen ab der oberen Mittelschicht in Großbritannien üblich gewesen sei, dass Ehepaare getrennt schliefen, hält sie für einen Mythos und verweist dabei auf Inventare und ähnliche Dokumente. Nur 30 Prozent der Häuser, die groß genug waren, dass sie inventarisiert wurden, wiesen ein separates Ankleidezimmer für den Hausherren aus und von diesen wiederum enthielten nur 20 Prozent auch ein Bett. Basierend darauf schließt Flanders, dass lediglich in 6 Prozent der großen Häuser es überhaupt die Möglichkeit gab, dass Ehepaare getrennt schliefen.

Schlafzimmer der Vermögenden

Schlafzimmer waren für vermögende Schichten auch nicht länger ein Raum, der mit dem abgenutzten Mobiliar anderer Räume möbliert wurde. Sofern es die finanziellen Möglichkeiten eines Haushaltes ermöglichten, wies er nun einen eigens dafür angeschafften Teppich auf. Die Möbel waren nach Möglichkeit aus Mahagoni und bestanden aus einem Tisch, einem Schrank, einem Toilettentisch, Stühlen, einem kleinen Bücherschrank sowie einem Waschtisch und einer Kommode. Die Verwendung von Kleiderbügel wurde erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gebräuchlich, die Kleidung wurde gefaltet in Schubladen und in Schrankfächern aufbewahrt.

Badezimmer und im Haus befindliche Toiletten wurden erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich, wobei Toiletten mit Wasserspülung etwas früher eingeführt wurden. So lange solche Badezimmer nicht zur Verfügung standen, wuschen sich Hausbewohner in ihrem Schlafzimmer oder dem Ankleidezimmer.

Der Waschtisch war gewöhnlich aus Birkenholz gefertigt, da dieses helle Holz anders als Mahagoni Wasserflecken nicht so deutlich zeigte. Auf dem Waschtisch standen der große Wasserkrug, der morgens von Dienstboten mit warmen Wasser aus der Küche gefüllt wurde, und die Waschschüssel. Porzellanschalen standen für die Seife und den Schwamm bereit. Unter dem Waschtisch stand auch gewöhnlich der Nachttopf. In einem gepflegten Haushalt wiesen all die Porzellangegenstände ein einheitliches Muster auf. Ratgeber empfahlen jedoch, dass die Wasserkrüge, Porzellanschalen, Waschschüsseln und Nachttöpfe für den gesamten Haushalt in einem einheitlichen Design angeschafft werden sollten, da sie häufig kaputt gingen und dann durch Gegenstände aus dem Bestand ersetzt werden konnten.

Seitlich am Waschtisch angebracht waren Vorrichtungen, um die Handtücher aufzuhängen. Räume, die groß genug waren, wiesen auch noch eine Couch auf. Gelegentlich befand sich im Schlafzimmer auch noch die Sitzbadewanne, die ebenfalls nur durch Herbeitragen von warmen Wasser gefüllt und in ähnlicher Weise auch wieder entleert wurde. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Bett gewöhnlich noch ein Himmelbett, reich behangenen mit Stoff. Nachttische, wie sie im heutigen Schlafzimmer üblich sind, fehlten dagegen.

Obwohl Gasbeleuchtung im Verlauf des 19. Jahrhunderts zunehmend üblich wurde, waren 1885 erst 20 Prozent der britischen Haushalte mit solch einer Möglichkeit ausgestattet.

Schlafgelegenheiten für Dienstboten

Ganz anders eingerichtet waren die Schlafzimmer der Dienstboten. Ratgeber legten den Dienstherrschaften nahe, dass das Schlafzimmer eines Dienstboten so wenig wie möglich Ausstattungsmerkmale ausweisen sollte. Ein Bett mit ungebleichten Betttüchern, eine einfache Tagesdecke, eine Truhe mit Schubladen, ein Spiegel, ein Waschtisch und ein Stuhl wäre alles, was ein Dienstbote benötige. Immerhin hatte sich weitgehend durchgesetzt, dass jedem Dienstboten ein eigenes Bett zur Verfügung stehen sollte.<ref name="Worsley14"> Worsley: ''If Walls Could Talk: An intimate history of the home''. S. 14. </ref> Die Idee, dass jedem der Dienstboten ein eigener Raum zur Verfügung stehen sollte, war noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts befremdlich. In einem großen, neu gebauten Haus in Londoner Stadtteil Kensington war es noch 1891 vorgesehen, dass die drei Dienstmädchen einen Raum neben der Küche als Schlafzimmer teilten. Die beiden männlichen Dienstboten schliefen unverändert auf Klappbetten in der Anrichte beziehungsweise der Spülküche.

Ein viktorianisches Schlafzimmer in Ordnung halten

Die Luft im 19. Jahrhundert enthielt mehr Ruß- und Staubpartikel als dies zu Beginn des 21. Jahrhunderts üblich ist. Das lag zum einen an der überwiegend Nutzung von Kohle als Heizmittel als auch an den ungeteerten Straßen, auf denen Pferdefuhrwerke verkehrten. Zeitgenössische Darstellungen berichten von einer so staubbeladenen Luft, dass lange Frauenhaare bereits nach einer Ausfahrt mit der Kutsche so staubig war, dass die Haarbürsten, mit denen dieser Staub herausgebürstet wurde, gewaschen und getrocknet werden mussten.<ref name="Flanders10"> Flanders: ''The Victorian House: Domestic Life from Childbirth to Deathbed''. S. 10. </ref> Die einfachste Vorgehensweise, das Möbeliar zu schützen, war es weiße, vergleichsweise einfach zu waschende, Tücher über alles auszubreiten.<ref name="Flanders10"/>

Neben der Küche war das Schlafzimmer der Raum, der am ehesten durch Ungeziefer befallen wurde. Das war unter anderem darauf zurückzuführen, dass Matratzen ausschließlich aus organischem Material gefertigt wurden: Matratzen aus Pferdehaar galten als die qualitativ besten, solche aus Kuhhaare waren günstiger in der Anschaffung, hielten sich aber nicht so gut. Noch günstiger waren solche aus Wolle. Strohmatratzen waren auch noch in wohlhabenden Haushalten gebräuchlich: Sie lagen unter der eigentlichen Matratzen und sollte diese vor dem Bettrost schützen.<ref name="Flanders10"/> Im Idealfall war jede Matratze in grobes Leinentuch eingeschlagen, um die Matratze vor Dreck zu schützen. Ein Untertuch wiederum hielt die einzelnen Matratzen zusammen. All diese Matratzen mussten täglich gewendet und aufgeschüttelt werden, da andernfalls das organische Material verfilzte und verklumpte. Ein Bett zu machen, bedeutete entsprechend das gesamte Bettzeug auseinander zu nehmen und neu zusammenzusetzen. Es gibt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts genaue Studien, die den Zeitaufwand für ein vollständig gemachtes Bett auf 30 Minuten pro Bett schätzen. In Jahresabstand sollten auch die Matratzen geöffnet und die Matratzenfüllung gereinigt und aufgeschüttelt werden. Die Historikerin Judith Flanders ist jedoch der Ansicht, dass dieser Arbeitsschritt so aufwändig war, dass er nur in den wenigsten Haushalten auch tatsächlich umgesetzt wurde.

Ungeziefer bekämpfen

Neben Flöhen waren Bettwanzen seit dem 17. Jahrhundert ein Problem, dass immer wieder Erwähnung fand und dessen Auftreten seit dem 18. Jahrhundert zunahm, ohne dass man den genauen Grund dafür kennt. Möglich ist, dass die dichtere Aufeinanderlegen in den Städten im Rahmen der Industrialisierung zu der Ausbreitung beitrug.<ref name="Flanders12"> Flanders: ''The Victorian House: Domestic Life from Childbirth to Deathbed''. S. 12. </ref> Als der angesehene schottische Historiker und Essayist Thomas Carlyle und seine Ehefrau Jane Welsh Carlyle 1834 in London ein neues Haus bezogen, hielt Jane Carlyle fest, dass ihr Haus unter all ihren Bekannten das einzige sei, das frei von Bettwanzen sei.<ref name="Flanders13"> Flanders: ''The Victorian House: Domestic Life from Childbirth to Deathbed''. S. 13.</ref> Bis 1843 gelang es ihr, ihr Haus von Bettwanzen frei zu halten, dann jedoch wurden im Bett ihres Dienstmädchens, das in der Küche stand, Bettwanzen gefunden:

Die radikalen Maßnahmen hatten Erfolg, die Bettwanzen schienen beseitigt zu sein. Zehn Jahre später trat dasselbe Problem auf, worauf Jane Carlyle das hölzerne Bett verkaufte und für das Dienstmädchen ein eisernes kaufte. Wenige Jahre klagte ihr Ehemann, der nach dem viktorianischen Ideal in einem anderen Raum schlief, dass er des Nachts ebenfalls von Bettwanzen gebissen worden wäre:

Üblich war es im Fall eines solchen Befalls, dass mit dem Schreiner das Bettgestell vollständig auseinandergenommen wurde. Das Bettgestell wurde mit Desinfektionsmittel und ebenso wie das Bettzeug mit Insektengift behandelt. Das wurde über mehrere Tage wiederholt. In schweren Fällen wurde der Raum, in dem Bett und Bettzeug sich befanden, luftdicht abgedichtet und im Zimmer Schwefel verbrannt.<ref name="Flanders14"> Flanders: ''The Victorian House: Domestic Life from Childbirth to Deathbed''. S. 14.</ref>

20. und 21. Jahrhundert

Positionen individueller Architekten

Im 20. Jahrhundert haben auch innerhalb der Westlichen Welt einzelne Architekten zum Thema Schlafzimmer unterschiedliche Ideen vertreten.

Eines der großen Anliegen von Frank Lloyd Wright war es, Familien in einem stark akzentuierten Gemeinschaftsraum ? vor allem an dessen offenen Kamin ? zu versammeln. Schlafzimmer haben in den von Wright entworfenen Häusern meist niedrige Raumdecken; sie vermitteln ihren Bewohnern ein starkes Gefühl von Beschütztsein und laden sie zum Ruhen ein. Gleichzeitig sind diese Schlafzimmer jedoch klein und bieten Raum weder für Möbel noch für Aktivitäten. Die Bewohner sollten die Schlafräume nach Wrights Vorstellung wirklich nur zum Schlafen nutzen.

Situation in verschiedenen Ländern

Deutschland

Der DIN bestimmt in Deutschland, dass ein Elternschlafzimmer eine Grundfläche von 14?m² haben sollte.

Vereinigte Staaten

In den Vereinigten Staaten ist dem Hauptschlafzimmer (''Master Bedroom'') sehr häufig ein eigenes Badezimmer (''Master Bathroom'') mit Badewanne oder Dusche, Waschbecken und Toilette angegliedert, das nur von diesem Schlafzimmer aus betreten werden kann.

Literatur

  • Pascal Dibie: ''Wie man sich bettet. Von Bärenfellen, Prunkgemächern, Lasterhöhlen und Lotterbetten''. dtv, München 1993, ISBN 3-423-30388-3 (deutsche Ausgabe von ''Ethnologie de la chambre à coucher'')
  • Judith Flanders: ''The Making of Home''. Atlantic Books, London 2014, ISBN 978-1-78239-378-8.
  • Judith Flanders: ''The Victorian House: Domestic Life from Childbirth to Deathbed''. Harper Perennial. London 2003. ISBN 0-00-713189-5.
  • Ben Highmore: ''The Great Indoors: At Home in the Modern British House''. Profile BooksLondon 2014, ISBN 978-1-84765-346-8.
  • Christoph Wilhelm Hufeland: ''Der Schlaf und das Schlafzimmer in Beziehung auf die Gesundheit''. Gädicke, Weimar 1802
  • Josef Kern: ''?Wie man sich bettet?. Anmerkungen zum Thema Schlafzimmer''. In: Bayerische Blätter für Volkskunde NF 4 (2002), Heft 1
  • Lucy Worsley: ''If Walls Could Talk: An intimate history of the home''. Faber and Faber Limited, London 2011, ISBN 978-0-571-25953-3.

Siehe auch

Weblinks

Einzelbelege